Bantu-Völker in Südafrika

Die Zulu

Mutter und Kind in einem Zuludorf

Die Zulu sind das größte Volk Südafrikas. Sie zählen zu den Bantu Völkern, die im 7. Jahrhundert aus dem Kongogebiet in den Süden eingewandert sind. Sie beherrschten die Eisenverarbeitung und waren geschickte Krieger. Sie haben die Buschmenschen verdrängt und sich in deren Gebieten niedergelassen. Die meisten Zulus leben von der Landwirtschaft, vom Getreideanbau und von der Viezucht. Die Dörfer bestehen aus zwanzig oder mehr einfachen, strohgedeckten Lehmhütten, die in einem Kreis angeordnet sind. In der Dorfgemeinschaft herrschen einfache, aber strenge Regeln. 

ZulutänzerMit Shaka Zulu, dem Krieger und Reichsgründer, waren die Zulu eine bestimmende Macht im südlichen Afrika. Shaka Zulu liebte den Kampf, er ersann ausgefeilte Kriegstaktiken, stellte ein großes Heer auf und eroberte fremde Stämme. Die Stämme unterwarf er nicht, sondern gliederte sie in sein Reich ein. So schuf er zu Lebzeiten das große Königreich Zululand. Noch heute feiern die Zulu zu seinen Ehren einmal im Jahr den König Shaka Tag und tanzen in den traditionellen Kriegstrachten der Zulu.

Zulukinder bei einer christlich afrikanischen MesseHeute leben die meisten Zulu in der Provinz Zulu Natal. Die Zulu sind ein stolzes Volk, sie haben einen König und sie regeln ihr Zusammenleben in Ältestenräten. Sie kämpfen seit dem Ende der Apartheid darum, ihre Angelegenheiten selbst bestimmen zu können. Die Kinder besuchen Schulen, lernen mindestens zwei Sprachen und pflegen zwei Religionen: ihre angestammte afrikanische und die christliche Religion.

Die Ndebele

Ndebele FrauenDie Ndebele sind eine Untergruppe der Zulu, die berühmt sind für ihre bunten Häuser und ihren farbenfrohen Perlenschmuck. Die Ndebele Frauen verzieren ihre Häuser mit geometrischen Mustern. Mehrere Frauen brauchen fünf bis sechs Tage, um ein Haus so bunt zu bemalen. Die Muster stehen für wichtige Ereignisse im Leben der Familie. So bunt wie ihre Häuser sind auch die Kleidungsstücke und der Schmuck. Die Halsreifen erhalten die Frauen zu ihrer Hochzeit, sie tragen ihren Halsschmuck ein Leben lang.

Ndebele Kinder beim Spielen

Die Ndebele ernähren sich von der Landwirtschaft und von dem Schmuck, den die Frauen herstellen. Jede Familie hat einen Kral, in dem sie ihre Ziegen oder Rinder unterbringt. Die Kinder helfen schon früh in der Landwirtschaft mit. Trotzdem haben sie auch Zeit zum Spielen.

Die Nama

Die Nama waren vermutlich das erste Bantuvolk, das im Zuge der afrikanischen Völkerwanderung nach Südafrika gelangte. Die Nama waren Viehzüchter, sie lebten nomadisch. Sie trafen auf die Buschleute, die als Jäger und Sammler lebten. Dadurch kamen sich diese beiden Völker nicht in die Quere. Jedes Volk respektierte die Lebensweise des anderen. Die Buschleute bezeichneten sie als „Brudervolk“. Heute wird ihr Siedlungsgebiet an der Westküste Namaqualand genannt.

Die Nama und ihre Geschichte

Im 17. und 18. Jahrhundert kamen sie in Kontakt mit europäischen Siedlern und Missionaren. Während dieser Zeit nahmen sie das Christentum an. Sie arbeiteten als Haus- und Farmangestellte bei europäischen Siedlern und lernten Lesen und Schreiben. Von den Einwanderern erlernten sie auch den Umgang mit Pferden. Auf der Suche nach besseren Jagdgründen gelangten die Nama schließlich nach Südwest-Afrika. Sie besiedelten die südlichen Küstengebiete am Atlantik, zwischen dem heutigen Namibia und Südafrika. Das Gebiet wird heute Namaqualand genannt. Wie andere Völker im südlichen Afrika litten sie unter der Kolonialherrschaft der Europäer, besonders unter der Herrschaft der deutschen Kolonialverwaltung in Namibia.

Der bekannteste Vertreter der Nama war Hendrik Witbooi, der zuerst mit den deutschen Kolonialmächten kooperierte. Später wandte er sich gegen die Deutschen und bekämpfte sie gemeinsam mit den Herero.

 

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