Artensterben in der Savanne

Nashörner, die "Alten" unseres Planeten sind am Verschwinden

Am schlimmsten steht es um die Nashörner. Sie sind durch massive Wilderei bedroht. In Afria gibt es Breitmaulnashörner und die etwas kleineren Spitzmaulnashörner. Die kleinere Art, die Spitzmaulnashörner, sind temperamentvoller als die Arten mit dem breiten Maul. Mit dem fingerförmigen Greiffortsatz an der Oberlippe können sie Blätter und Zweige abpflücken. Vor allem in Asien glaubt man, dass das Horn der Tiere ein Heilmittel ist. Daher werden horrende Preise für Nashorn-Hörner bezahlt. Weltweit ist der Handel damit verboten, aber die Gier der Wilderer ist grenzenlos. Zwischen 1970 und 1992 wurden die Schwergewichte der Savanne um unglaubliche 96 Prozent dezimiert.

                 

 

Dank intensiver Schutzbemühungen hat sich die Art wieder etwas erholt. In freier Wildbahn leben etwa 5000 Tiere. Doch eine Unterart, das nördliche Breitmaulnashorn, gilt inzwischen als ausgestorben.

 

Giraffen, Afrikas Langhälse stehen auf der roten Liste

Giraffen leben vor allem im Süden und im Osten Afrikas. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat Giraffen auf die Rote Liste der bedrohten Arten gesetzt. Tierschützer sind in großer Sorge: Innerhalb der letzten 30 Jahre sind 40 Prozent aller Giraffen verschwunden. Weltweit gibt es vier unterschiedliche Giraffenarten: Die Massaigiraffe, die Netzgiraffe, die Süd- und die Nordgiraffe. Von der Nordgiraffe soll es nur noch weniger als 5000 Tiere geben.

                 

Warum verschwinden Giraffen? Hauptgrund ist die Zerstörung ihres Lebensraumes durch die Besiedelung und die immer größer werdenden Landwirtschafts- und Bergbauflächen. Hinzu kommt die illegale Jagd auf die eleganten Tiere. Giraffenfleisch wird in Afrika gegessen, die Giraffenhaut wird für den Bau von Trommeln verwendet. Die Wissenschaftler analysierten zudem nicht nur die Entstehung der auffälligen Muster, sondern suchten auch nach ihrem Zweck. „Komplexe Markierungen könnten den Tieren helfen, Raubtieren auszuweichen, ihre Körpertemperatur zu regulieren oder Familien oder Individuen zu erkennen“, so Erstautor und Wildtierbiologe Derek Lee. All jene Faktoren spielten eine Rolle für die Überlebens- und Fortpflanzungsfähigkeit der Tiere.

 

Elefanten, die klugen Rüsseltiere werden immer weniger

Es gibt zwei afrikanische Elefantenarten, der Afrikanische Steppenelefant, welcher durch die Savannen zieht und der Waldelefant, der durch die Wälder des zentralen Afrikas streift. Besonders beunruhigend ist die verschwindende Zahl von Waldelefanten. Doch auch die Steppenelefanten haben es schwer. Ihre Wandergebiete werden zersiedelt, Savannen werden zu Farmland, und Straßen bringen immer mehr Verkehr in einstmals unberührte Gebiete.

                 

Besonders große Verluste gehen auf das Konto von rabiaten Wilderern. Die Schurken machen Jagd auf die sanften Riesen, denn sie verdienen am Elfenbein riesige Summen, obwohl der Handel damit verboten ist. 

 

Löwen, Könige ohne Land

Löwen sind stark bedroht. Ihre Zahl hat sich innerhalb der letzten 30 Jahre fast halbiert. Laut WWF gibt es derzeit in Afrika nur noch etwas mehr als 25 000 Löwen. Das größte Problem ist wie bei den meisten Savannenbewohnern der kleiner werdende Lebensraum. Etwa 80 Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes ist verschwunden. Wo früher Löwen ungestört umherstreifen konnten, leben jetzt Farmer und Rinderzüchter. Sie beanspruchen immer mehr Weidegebiete. Wenn dadurch immer mehr Wildtiere verschwinden, machen die Löwen Jagd auf die Nutztiere der Farmer. Die Farmer wehren sich auf ihre Weise. Sie jagen die Löwen oder vergiften sie sogar.

                 

Farmer und Tierschützer müssen heraus finden, wie ein Leben im Einklang mit den Wildtieren möglich ist. Ein wichtiger Schritt besteht darin, neue Schutzgebiete einzurichten. Zwar gibt es Schutzgebiete, doch diese sind oft weit voneinander entfernt und nicht miteinander verbunden. Nur wenn es verbundene Reviere der Löwenrudel gibt, dann können sich Löwen ungehindert vermehren.

 

Wildhunde, die nächsten Verwandten unserer Vierbeiner sind kurz vor dem Aussterben

Afrikanische Wildhunde zählen zu den rätselhaftesten Kreaturen Afrikas. Sie sind wenig erforscht und werden vielerorts gejagt. Von diesen Raubtieren, die auch Hyänenhunde genannt werden, gibt es weltweit nur noch 6.600 Exemplare. Lange Zeit waren sie vom Aussterben bedroht. Durch die Jagd hat der Mensch ihre Population auf ein Prozent der ursprünglichen Größe minimiert. Heute kümmern sich verschiedene Tierschutzorganisationen um das Überleben der Wildhunde, darunter Save Wildlife Conservation Fund. Da ihr Lebensraum immer kleiner wird, leben momentan nur noch rund 880 Wildhunde im östlichen und südlichen Afrika.

 

                 

Man geht davon aus, dass die Tierart einst in 40 afrikanischen Ländern zu Hause war. Vom Erscheinungsbild her erinnert der „Bemalte Wolf“ auf den ersten Blick an eine Hyäne, hat aber viel größere, runde Ohren. Wildhunde sind äußerst intelligent und sozial.

 

Pangoline und der illegale Handel mit den Schuppentieren

Das Schuppentier ist ein Einzelgänger. Es bewohnt die Savannen, das Wald- und Buschland in Afrika. Manche Arten leben auf Bäumen und in Baumhöhlen, manche sind Bodenbewohner und ziehen sich in selbst gebaute oder verlassene Erdbauten zurück. Auf ihren Hinterbeinen können sie sich schnell fortbewegen, ihre Vorderbeine nutzen sie als Grab- oder Kletterwerkzeug. Die Tiere sind Insektenfresser, am liebsten verputzen sie Termiten und Ameisen. Um in die Gänge ihrer Beute zu gelangen, sind sie perfekt ausgestattet – mit einer bis zu 70 Zentimeter langen, runden und klebrigen Zunge.

                                

Warum sind Pangoline so stark gefährdet? Ihr Fleisch gilt als Delikatesse, und ihre Schuppen werden in Asien als Arzneimittel verwendet. Der Handel mit den Schuppentieren ist weltweit verboten. Dennoch gehören sie zu den meistgehandelten Tieren der Welt.

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