Die Dogon, das geheimnisvolle Volk in Westafrika

Skultpuren der Dogon (c) wikistikesDie Dogon leben in den Felsengebieten von Bandiagara, zwischen Mali und Burkina Faso. Seit Jahrhunderten haben sie von ihrer Umwelt isoliert gelebt. Ihre Geschichte reicht weit zurück in die Vergangenheit. Sie haben eine außergewöhnliche Hochkultur entwickelt, die durch ihre prächtigen Maskenfeste und religiösen Riten in aller Welt bekannt wurde. Wie haben sie ihre alten Kulte und Traditionen bewahrt?

 


Die Dogon sind ein Volk mit vielen Geheimnissen

Die Herkunft der Dogon ist ungewiß. Einige rätseln, dass sie vor Jahrtausenden aus Ägypten eingewandert sind, denn sie verfügen über ein erstaunliches astronomisches Wissen. In dem heutigen Felsengebiet siedelten sie erst im 11. oder 12. Jahrhundert an. Forscher glauben, dass die Dogon einst Leibeigene eines früheren Mali-Herrschers gewesen sind. Vor 800 Jahren flohen sie, um der Knechtschaft zu entkommen. Sie wollten sich auch nicht dem islamischen Glauben unterwerfen. In den Bandiagara-Felsen legten sie ihre Behausungen an, so dass sie nicht leicht zu finden waren. Die ältesten Dörfer der Dogon kleben wie Schwalbennester auf kleinen Felsterassen der Falaise. Diese ehemaligen Behausungen dienen jetzt den Dogon als Tempel, Grabstätten und heilige Verstecke für Masken und Fetische. Sie beherrschen eine einzigartige Lehmarchitektur und schaffen aus Lehm einzigartige Skulpturen.

 

Wie die Dogon leben

Jäger bei den Dogon (c) J.DrevetDie jüngeren Siedlungen der Dogon liegen verstreut in der sandigen Gondo-Ebene. Die Menschen leben sehr traditionell. Jede Familie hat ihre eigene Behausung, eine Rundhütte, die von einer Lehmmauer umgeben ist. Es gibt keinen Strom, kein Licht, keinen Autoverkehr. Jede Familie pflegt ihren eigenen Garten, der stets bewässert wird. In denen Gärten bauen die Frauen Gemüse und Obst an. Die Männer sind Hirsebauern und gehen auf die Jagd. Jeder Haushalt hat einen Esel, Ziegen und Hühner. Die Jungs kümmern sich um die Ziegen. Jedes Dorf hat einen Brunnen, an dem sich alle mit Wasser versorgen. Wasserholen ist meist Sache der Mädchen. Jedes Dorf hat seinen Medizinmann oder Heiler, der sich um die Kranken kümmert und religiöse Rituale abhält. Der Schmied ist der wichtigste Mensch im Dorf. Er stellt alles her, was aus Eisen ist: Werkzeuge, die für die Ernte gebraucht werden, und Speerspitzen für die Jagd. 

 

Die Begrüßung bei den Dogon dauert lange

Mit einer Handtrommel wird der unbekannte Gast aus der weiten Ferne begrüßt. Die Begrüßung von Verwandten und Nachbarn kann lange dauern. Zur Begrüßung gehört, dass man sich nach der Gesundheit der Kinder, der Frauen und zuerst nach der des Vaters, der Mutter und der Großeltern erkundigt. Man fragt nach der ganzen Familie und oft noch nach den Tieren, denn die Tiere gehören ebenfalls zur Familie. Eine ausführliche Begrüßung ist ein Zeichen der gegenseitigen Achtung. Links im Bild ist ein Dogon Maskentänzer umringt von der Dorfgemeinschaft.

 

Es gibt keine Armen im Land der Dogon

Obdachlosigkeit gibt es nicht bei den Dogon. Wenn es einer Familie an Nahrungsmitteln mangelt und einer der anderen Familienvorstände davon weiß, dann gibt man etwas ab. Aber man macht das nichts tagsüber, sondern in der Nacht, wenn alle schlafen. Dann legt man die Hirse in den Speicher des Mannes der Familie, so dass es keiner merkt. Es wird nichts bezahlt und nichts verlangt. Gegeben ist gegeben. Es entstehen keine Schulden, die beglichen werden müssten. Keiner sagt, dass ihm etwas fehlt. Aber alle achten darauf, dass jeder genügend zum Essen hat. Falls nicht, geben sie Getreide oder Fleich heimlich. Jeder achtet auf den anderen, damit die Gemeinschaft in Würde zusammen leben kann.

 

Woran die Dogon glauben

Die Dogon glauben an einen Schöpfergott Amma, der das Urzwillingspaar Nommo geschaffen hat. Die Mythen berichten auch von der Erschaffung des Menschen, von der Erfindung der Sprache und von den Anfängen des Ackerbaus. Der Glaube an die Ahnen ist stark ausgeprägt. Die Dogon glauben, dass der Geist der Ahnen weiterhin mit ihnen lebt. Von Zeit zu Zeit kommen sie zurück in ihr Dorf, um nach dem Rechten zu sehen. Sie sind auch davon überzeugt, dass die Natur beseelt ist. Jedes Lebewesen, jede Pflanze steht in Verbindung mit dem Schöpfergeist. Wegen ihrer heiligen Maskenrituale sind die Dogon weltweit bekannt. Das Wissen um die tiefere Bedeutung ihrer Masken ist bis heute nicht entschlüsselt. Die Männer sind in Maskenbünden organisiert. Sie bedienen sich einer Geheimsprache, die sonst niemand versteht. Auf dem Foto links siehst du ein rituelles Gebäude der Dogon.

 

Die Globalisierung hält auch bei den Dogon Einzug

Mädchen beobachten RingkämpfeDie Dogon leben noch wie ihre Vorfahren vor hunderten von Jahren. Sie tun alles, um ihr reiches kulturelles Erbe zu bewahren. Doch sie suchen auch Anschluss an die moderne Welt. Sie fördern die Schulbildung, auch die der Mädchen, und nutzen die neusten technischen "Errungenschaften" wie die Nutzung von Smartphones. Dennoch verlassen immer mehr junge Dogon ihre Gemeinschaft in den Felsen.

Schon gewusst? Afrikanische Masken sind je nach Region sehr unterschiedlich. Es gibt Tiermasken, Helmmasken oder menschliche Masken. Erst im Tanz erhalten die Masken ihre religöse Bedeutung.

 

Die Musik aus Westafria wird geprägt vom Klang der Kora