Ägypten heute

Revolution in Ägypten, Mann hisst Fahne auf der Qasr Nil Brücke (c) J bartaDerzeit ist Ägypten eine Präsidialrepublik, in der die Rechte für die Bevölkerung eingeschränkt sind. Der Präsident ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Damit besitzt er große Macht. Zugleich ist Ägypten ein islamischer Staat. Der Islam wurde 1980 sogar zur Staatsreligion erklärt. Seitdem gibt es immer wieder Streit zwischen islamischen Religionsführern und militärischen Führern. Die Ägypter demonstrierten 2011 gegen die Regierung. Diese Zeit nannte man "Arabischer Frühling". Millionen von Ägyptern gingen auf die Straße, um das autoritäre Regime abzusetzen. Freie Wahlen wurden abgehalten. Doch die nachfolgenden Regierungen haben die Mißstände nicht beseitigt. Das Land befindet sich in einem wirtschaftlichen Niedergang, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Der Mann auf dem Foto links, auf dem Löwenkopf, hält eine ägyptische Flagge hoch als Zeichen dafür, dass das Land seinen Bewohnern gehört. Und die Bewohner wollen ein demokratisches Ägypten. Der Großteil der Bevölkerung leidet unter den derzeitigen Zuständen. Es gibt keine Pressefreiheit. Die Gleichberechtigung der Frauen ist eingeschränkt, und die Menschenrechte werden wenig geachtet.

Wie steht es um die Kinderrechte in Ägypten?

Kinderrechte sind Menschenrechte. Aber die Kinderrechte gelten leider nicht viel in dem Land. Ägypten hat zwar die UN Charta für Kinderrechte unterzeichnet und die Rechte von Kindern sollen geachtet werden. Aber gilt das für alle Kinder in Ägypten? Etwa ein Fünftel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Und Kinder aus armen Familien genießen oft nicht die Rechte, die ihnen zustehen. Dazu zählen das Recht auf Gesundheit oder das Recht auf Bildung. Zwar besuchen über 90 Prozent aller Kinder die Grundschule, doch Mädchen sind immer noch benachteiligt. Sehr verbessert hat sich die Praxis der Genitalbeschneidung. In früheren Jahren wurden fast alle Mädchen beschnitten, heute sind es "nur" noch zwanzig Prozent. Das ist immer noch zu viel, aber es werden immer weniger. Das liegt auch daran, dass es in Ägypten ein Gesetz gibt, das Genitalverstümmelung verbietet. Schlimm ist, dass in einigen ägyptischen Familien und Schulen Gewalt als Erziehungsmittel akzeptiert ist. Manche Kinder werden sogar von ihren Eltern oder Lehrern zu Tode geprügelt. In den armen Gegenden und auf dem Land ist es besonders schlimm. Hier ist es für die Älteren wichtig, dass Kinder gehorsam sind. Manche Lehrer denken auch, dass Kinder unter Druck und mit Gewalt besser lernen.

 

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