Die Bedscha

Sind die Bedscha die wahren Nachfahren der alten Ägypter? Die Bedscha sind Halbnomaden, die zwischen dem Nil und dem Roten Meer siedeln. Sie leben schon seit langer Zeit in der östlichen Wüste von Ägypten. Die Pharaonen setzten sie zur Verteidigung der Grenze ein, denn die Bedscha waren erstklassige Bogenschützen. Vor allem Pharao Amenemhat I. rüstete mit den Söldnern der Bedscha seine Armee auf. Als Aksum, das Königreich südlich von Ägypten, seine Macht verlor, gründeten die Bedscha in Aksum neue Königreiche. Die Hafenstadt Sawakin am Roten Meer war ein wichtiges Handelszentrum der Bedscha.

Die Bedscha und der Islam

In späterer Zeit vermischten sie sich mit Arabern und nahmen auch den Islam an. Heute leben die Bedscha von der Viehzucht, vor allem von der Kamelzucht. Äußerdem stellen sie Holzkohle her und sind gute Jäger. Ihre Häuser bauen sie auf Anhöhen, um sie vor den Fluten zu schützen, die oft nach den starken Regenfällen einsetzen. Hausbau ist Sache der Frauen, sie errichten ihre Hütten aus Geäst und bedecken sie mit Palmblättern.

Ein arabischer Reisender berichtet im 10. Jahrhundert über die Bedscha:

„Sie leben zwischen dem Roten Meer und dem Nil, zerfallen in mehrere Stämme und unterstehen mehreren Königen. In ihrem Land gibt es Gold- und Smaragdminen. Auf ihren edlen Kamelen unternehmen sie ständig Raubzüge in das Land der Nubier und machen Gefangene. Die Nubier waren früher den Bedschas überlegen, und zwar so lange, bis sich bei letzteren der Islam durchsetzte und sich eine Anzahl von Muslimen bei der Goldmine  ansiedelten.“.