Woran die Ägypter glaubten

Das Auge des Horus (c) wikicommonsWie man im alten Ägypten auch lebte, als Bauer, Handwerker oder Beamter, man hatte keine Angst vor dem Tod. Denn die Ägypter glaubten, dass sich das Leben nach dem Tod fortsetzt. Die Seele kehrt in den Körper zurück. Jeder Ägypter wollte auch im Jenseits einen gut erhaltenen Körper. Deshalb wurden die Leichen mit Hilfe vieler chemischer Tricks in Mumien verwandelt. Die Ägypter wollten auch ein gut ausgestattetes Grab, für das ein jeder schon zu Lebzeiten sorgte. Wenn der Tote aufwachte, sollte er  viele schöne Dinge um sich haben.

Die Reise ins Reich der Toten

Prozession anlässlich der Bestattung des Ramose (c) wikimediaBei einer ägyptischen Beisetzung engagierte man Trauernde, die wehklagten und ihre Häupter mit Staub bedecken mussten. Ein Priester führte an der Tür zum Grab die Zeremonie der Mundöffnung durch. Dabei berührte er das Gesicht der Mumie mit heiligen Werkzeugen. Die Seele reiste dann nach Westen, in Richtung der untergehenden Sonne. Hier befand sich das Reich der Toten. Deshalb findest du die Pyramiden und Totenstädte Ägyptens am Westufer des Nils. Die Seele mußte ein Labyrinth passieren, dessen Pforten von Dämonen bewacht wurden. Die Seele mußte erst ihre Fragen beantworten, bevor sie zum Saal des Totengerichts gelangte.

Das Totengericht

Der schakalköpfige Gott Anubis, unten links im Bild, geleitet den Toten zum Gerichtssaal. In der linken Hand hält Anubis das Anch-Zeichen des Lebens, das wie ein Schlüssel aussieht. Das Herz des Toten wird gegen die Feder der Wahrheit aufgewogen. Das Monster Ammit wartet neben der Waage. Wenn das Herz des Toten schwerer ist als die Feder, wird Ammit es verschlingen. Thot als Schreiber der Götter hält das Ergebnis in seiner Papyrusrolle fest. Mit Beschwörungen und Opfergaben wollte man Anubis für einen günstigen Richterspruch gewinnen.

          Totengericht - Totenbuch (c) wikimedia

Oben im Bild führt Gott Horus den Toten zum Thron von Osiris. Die vier kleinen Figuren sind die Söhne des Horus. Osiris überwacht die Beurteilung des Toten von seinem Thron aus. Horus führt die Zeremonie der Mundöffnung durch. So kann die Seele des Toten wieder lebendig werden.

Das Totenbuch

Abbildung aus Pfortenbuch von Ramses IV. (c) wikicommonsDas Totenbuch war der große Begleiter im Jenseits der Alten Ägypter. In seinen Zaubersprüchen wird die Reise der Seele nach dem Tod und das Totengericht genau beschrieben. Die Totenbücher gaben den Verstorbenen praktische Hilfen und magische Unterstützung im Jenseits. Sie sollten ihnen beim Weiterleben helfen und dazu dienen, die Welt der Lebenden zu besuchen. Die Zauberformeln sollten auch die Feinde in der Unterwelt abwehren. Die ägyptischen Totenbücher wurden auf Papyrusrollen geschrieben und den Verstorbenen mit ins Grab gelegt. Sie wurden in die Sarkophage oder auch zwischen die Mumienbinden gesteckt.

Was erwartete den Verstorbenen nach dem Totengericht?

Gott Thot als Ibis und Horus mit Verstorbenem (c) wikicommons

Ein Paradies, ganz nach ägyptischer Vorstellung: Man glaubte, die Seele lebt in Gemeinschaft mit dem Unterweltgott Osiris in den Jaru-Gefilden weiter. Die Jaru Gefilde waren ein Schilffeld im Jenseits, ganz nach dem Vorbild der wirklichen Schilffelder am Nil. Aus Sorge, dass sie in den Jaru-Gefilden arbeiten müssten, wurden reiche Ägypter zusammen mit Uschebtis beigesetzt. Diese Dienerfiguren sahen aus wie Miniaturmumien, manche trugen Körbe oder landwirtschaftliches Gerät. Uschebtis waren mit einem Spruch beschriftet, der sie zum Leben erwecken sollte.

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