Vögel der Savanne

 Strauße, die Schnellläufer unter den Vögeln

Strauße sind die größten Vögel auf unserem Planeten. Sie sind zu schwer zum Fliegen, dafür können sie sehr schnell laufen. Deshalb nennt man sie auch Laufvögel.

                     

Strauße sind typische Bewohner der Savanne, denn sie kommen mit wenig Wasser aus. Strauße sind treu, sie paaren sich fürs Leben. Sie legen riesige Eier in eine Mulde im Boden. Die Paare verständigen sich auf Arbeitsteilung. Nachts bebrütet das Männchen die Eier, tags das Weibchen. Straußküken können schon kurz nach dem Schlüpfen schnell laufen. Sie haben ein wohlschmeckendes Fleisch. Deshalb lauern ihnen viele Feinde auf. Auch Menschen machen Jagd auf die Vögel, denn das Leder der gefiederten Sprinter ist sehr begehrt. Zum Glück besitzen sie einen langen Hals, so können sie Feinde früh entdecken und sich schnell aus dem Staub machen. Kommt es zum Kampf, dann wehren sich die Strauße mit heftigen Fußkicken.

Schon gewusst? Strauße singen nicht wie andere Vögel. Sie pfeifen, schnauben und knurren. Nur die Jungen geben melodische Rufe von sich, um ihre Mutter auf sich aufmerksam zu machen. Die Straußmännchen allerdings haben einen besonderen Ruf auf Lager, den sie bei der Balz und bei Streitigkeiten von sich geben: ein tiefes „bu bu buuuuu huuu“, das dem Brüllen eines Löwen ähnelt.

 

Webervögel, die kunstvollen Nestbauer der Savanne

Webervögel leben im südlichen Afrika. Sie sind eine Sperlingsart und können singen und zwitschern. Webervögel sind die Perfektionisten der Savanne. Ihre kunstvollen Nester sind schon von weitem sichtbar. Sie hängen hoch in den Bäumen und sind nur über eine lange Einflugröhre an der Unterseite zugänglich. Sie befinden sich meist am Ende von dünnen Zweigen, so dass Raubtiere nicht an den Nachwuchs ran kommen. Um ein Weibchen zu gewinnen, müssen die Männchen ein perfektes Nest vorweisen. Entsprechend eifrig gehen sie zu Werke. Mit Schnabel und Krallen weben und flechten sie ein flaschenförmiges Gebilde, das einer Festung gleicht. Zeigt sich ein Weibchen vom Nest beeindruckt, dann paart es sich mit dem „Baumeister“. Anschließend beginnt das Männchen damit, den Bau für die Eiablage schön auszupolstern.

Sobald das Weibchen mit dem Bebrüten der Eier anfängt, ist die Arbeit des Männchens getan. Es zieht weiter und beginnt, das nächste Nest zu bauen. Dann findet sich ein anderes Weibchen, das er damit beeindruckt.

 

Die Nilgans

Die Nilgans lebt in den Savannensümpfen und an den Flussläufen Ostafrikas. Sie hat sich auch an den Rändern von Staudämmen eingenistet. Sie hat zwar ihren Namen vom Nil, von wo aus sie den Siegeszug über das ganze südliche Afrika angetreten hat. Doch um unteren Nil findet man sie kaum noch. Die Nilgans liebt Gräser und Getreide, verschmäht aber auch nicht Insekten und Würmer, typisch Gans eben. Die Fortpflanzungszeit beginnt mit der Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot am größten ist. Sie sind nicht wählerisch, was ihr Nest betrifft. Sie bauen ihre Nester im Röhricht und in Baumhöhlen, sie besetzen auch gern die Nester anderer großer Vögel. Die Weibchen kümmern sich um den Nachwuchs, die Männchen verteidigen ihr Gebiet aggressiv gegen andere Entenvögel. Nilgänse sind treu, meist bleiben die Paare ein Leben lang zusammen.

Schon gewusst? Beide Geschlechter verständigen sich mit unterschiedlichen Lauten. Männchen zischen heiser und keuchend, wenn sie Auffliegen, rufen sie wräd-wräd. Die Weibchen dagegen Schnattern, das klingt etwa so: honk-hää-hää-hää.

Der Grillkuckuck und seine untreuen Weibchen

GrillkuckuckDer afrikanische Grillkuckuck ist ein wilder Vogel. Denn er liebt das Verwirrspiel und tauscht gerne die Rollen. Er lebt im feuchten Grasland im südlichen Afrika. Die Weibchen schwingen bei dieser Vogelart das Zepter. Sie singen und behaupten so den Anspruch auf ihr Revier. Eindringende Weibchen vertreiben sie rigoros. Männchen sind dagegen willkommen - je mehr desto besser. Wenn die Regenzeit beginnt, entwickelt das Weibchen ein prächtiges Brutgefieder und umwirbt ihre Partner. Sie feiert gleich mit mehreren Hochzeit. Ihre Eier legt sie in die Nester ihrer Partner. Dann macht sie sich auf und davon. Nun ist es an Vater Kuckuck, zu brüten und die Jungen aufzuziehen.

Der trickreiche Trauerdrongo

TrauerdrongoTrauerdrongos sind die größten Trickser unter den Vögeln im südlichen Afrika. Die afrikanischen Sperlingsvöge schaffen es regelmäßig, ihre Opfer mit gefälschten Warnrufen hinters Licht zu führen. Bis zu 32 verschiedene Warnrufe von anderen Vögeln können sie nachmachen. Der Zweck: sie wollen den getäuschten Vögeln das Futter wegnehmen statt selber auf Futtersuche zu gehen. Vogelkundler haben nun herausgefunden, dass die betrügerischen Trauerdrongos mehr Erfolg haben, wenn sie die vorgetäuschten Notsignale variieren. So schaffen sie es, ein und denselben Vogel mehrmals hinters Licht zu führen. Die Trauerdrongos ahmen sogar die Warnrufe von Erdmännchen nach und jagen ihnen das Futter ab.

Geier, die fliegenden Mülltrupps der Savanne

 

Geier zählen zu den auffälligsten Vögel in der Savanne. Schon ihr düsteres Äußeres deutet darauf hin, dass sie mit finsteren Dingen zu tun haben. Geier sind nämlich Aasfresser. Sie leben im offenen Grasland, in Savannen, Sumpfgebieten und an Flüssen. Sie besitzen sehr lange und breite Flügel, die eine Spannweite von 2 bis 3 Metern erreichen. Sie können mit ihren weiten Flügeln lange in der Luft segeln. Beim Segeln erspähen sie aus großer Höhe ihre Beute, denn sie können ausgezeichnet sehen. Sie besitzen einen langen, nackten oder kurzbefiederten Hals mit Halskrause. Dieses Merkmal  ist typisch für das Ausweiden von Aas. Sie bevorzugen das Aas großer Säugetiere. Deshalb folgen sie oft Nomaden, die mit ihren Rinderherden durch die Savanne ziehen. Unter der Beute von Geiern befinden sich auch kranke Tiere. Warum können das Fleisch vertilgen, ohne selber krank zu werden? Die ätzende Magensäure der Vögel tötet Bakterien ab und verhindert, dass sich Krankheitserreger ausbreiten. Auch Geier haben Feinde, die Menschen!

 

Weißrückengeier (c) Joachim Huber

In Südafrika werden Geier gejagt, denn Geierkrallen und -köpfe sind begehrte Heilmittel der Medizinmänner. Die größte Gefahr droht Geiern von Gift! Mit vergifteten Ködern versuchen Viehirten Löwen zu vergiften, doch oft werden ihre Köder auch von Geiern gefressen. Hinzu kommen Wilderer, die Geier mit Gift vertreiben, damit sie nicht bei der Jagd nach Elfenbein ertappt werden. So kommt es, dass zwei von drei Geiern in Afrika an Gift sterben.

 

  Mehr über die Vogelwelt erfährst du in unserem Spezial über Zugvögel