Elefanten und andere Herdentiere in der Savanne

Zebras sind die wilden Pferde Afrikas

Zebras sind weiß mit schwarzen Streifen oder umgekehrt schwarz mit weißen Streifen. Obwohl sie von fern alle gleich aussehen, sind die Streifen eines jeden Zebras etwas anders. Die Fellzeichnung ist wie bei uns Menschen der Fingerabdruck etwas Einzigartiges. Zebras sind sehr gesellig, sie leben in Herden von 40 Tieren und mehr. Die Herde setzt sich aus Familien zusammen, die von den weiblichen Zebras angeführt werden. Die Hengste bewachen ihre Weibchen grimmig vor Rivalen. Ihre Kämpfe kann man schon von weitem hören. Zebras halten sich gerne im offenen Grasland auf. Dann können sie Feinde schon von weitem erkennen. Zebras sind auch sehr mutig, sie stellen sich ihren Verfolgern und kämpfen auch gegen Löwen. Mit ihrem festen Huftritt schlagen sie auch Hyänen und Wildhunde in die Flucht. Gerne wanderen Zebras mit Gnus. Denn beide fressen verschiedene Grassorten und konkurrieren so nicht um Futter.

Im Spezial erfährst du mehr über die Wanderung der Zebras und Gnus

Antilopen, die wachsamen Bewohner des Graslandes

AntilopenAntilopen sind die anmutigen Bewohner der Savanne. Sie leben in Herden und können sich dank ihrer spitzen Hörner gut verteidigen. Sie haben eine Tarnfarbe und sind selbst für Löwen nicht so leicht auszumachen. Dank ihrer erstaunlichen Widerstandskraft können sie auch in sehr trockenen Landschaften und Wüsten überleben. Außerdem besitzen sie ein feines Gehör und scharfe Augen. Auf der Flucht erreichen sie Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h. Kaum zu glauben: Die Mendesantilope, die in der Sahara lebt, kann auf eine Entfernung von 200 km Wasser riechen!

Mehr bei den Tieren der Wüste

Kuduherde (c) Paul ShaffnerKudus gehören zu einer Antilopenart, die in den südlichen Savannen beheimatet ist. Ihre großen Ohren zeugen davon, dass sie ein außerordentlich gutes Gehör besitzen und sehr wachsam sind. Denn sie sind die Lieblingsbeute von Löwen, den gefährlichsten Jägern der Savanne. Bei den Kudus gibt es eine Art Damenwahl. Das Weibchen stupst das Männchen seiner Wahl in die Flanke, dann folgt ihm das Männchen, und die Paarung kann beginnen. Kudujunge werden früh selbständig, sie gehen in eine Art "Kindergarten" und lernen spielend, wie sie später ihren Fressfeinden entkommen. 

Büffel, die mutigen Rinder der Savanne

Büffel in der Savanne

Büffel leben in den östlichen und südlichen Savannen Afrikas. Sie wandern in großen Gruppen durch das Grasland, je nach Jahreszeit schliessen sie sich auch zu Herden von tausenden Tieren zusammen. Dann sind sie besser gegen ihre Feinde geschützt. Im Unterschied zu Hausrindern haben sie starke, schwarze Hörner, mit denen sie sich verteidigen. Ungestört sind Büffel sanftmütig. Aber aufgeschreckt werden sie selbst für Löwen gefährlich. Dann stellen sich die Büffel im Halbkreis auf und präsentieren den Löwen ihre Hörner. Die meisten Löwen verziehen sich dann schnell, denn gegen die Gruppe haben sie keine Chance. Büffelherden bestehen aus den Weibchen und ihren Jungen. Nur während der Paarungszeit schließen sich auch Männchen den Herden an. Die Herden bleiben über Jahre in ein und demselben Revier und durchwandern es auf festgelegten Routen. Sie müssen jeden Tag ein- oder zweimal trinken. Trockenheit macht ihnen sehr zu schaffen, denn häufig liegen ihre Weideflächen weit weg von den Wasserstellen. Büffelmütter bringen nach einer Tragzeit von etwa einem Jahr ein Kalb zur Welt. Die ganze Herde paßt auf die Jungen auf. Weibliche Tiere bleiben ein Leben lang in ihrer Herde. Männliche Jungtiere dagegen müssen die Herde verlassen, wenn sie erwachsen werden. Feinde haben Büffel nur wenige, der Mensch und manchmal ein Löwe. Büffel sehen zwar schlecht, haben aber einen untrüglichen Geruchssinn, ein ausgezeichnetes Gehör und sie sind sehr schlau. Wenn dir ein Büffel auf einer Safari über den Weg läuft, sei also auf der Hut.

Schon gewusst? Kein anderes Tier der Savanne ist für den Menschen gefährlicher als der Büffel. Dringt man in sein Revier ein, kreuzt man seinen Weg oder kommt man der Herde zu nahe, dann gehen die eigenwilligen Paarhufer sofort in den Angriff über.

Elefanten, die größen Herdentiere Afrikas

Spielende Elefanten im Elefantenwaisenhaus im Nairobi Nationalpark Elefanten wandern in Herden durch den Busch. Eine Herde besteht aus erwachsenen Kühen und Kälbern, die von einer erfahrenen Leitkuh geführt wird. Diese kennt die nächsten Wasserstellen, die sichersten Routen und hilft bei der Aufzucht der Kälber. Die Leitkuh ist meist über 40 Jahre alt und somit bereits im unfruchtbaren Alter. Die Bullen sind Einzelgänger. Im Alter von 11 bis 12 Jahren werden die jungen Elefantenbullen aus der Herde verjagt. Die Elefantenkühe bleiben ein Leben lang ihrer Herde treu. Es gibt übrigens Elefanten der Savanne, der Wüste und des Waldes. Waldelefanten sind zum Beispiel kleiner als die Elefanten in der Savanne. Elefanten werden oft von Reihern begleitet, welche die Insekten verspeisen, die von den Elefanten aufgescheucht werden. Häufig sieht man auch Kuhreiher auf ihrem Rücken, die den Dickhäutern lästige Tierchen vom Körper picken. Das ist praktisch für beide.

Wie sich Elefanten unterhalten

Elephants_in_masai_maraElefanten verständigen sich mit Lauten, Gesten und Berührungen. Ihr Rüssel erscheint uns Menschen als lästiges Überbleibsel der Evolution. Doch den Elefanten dient er zum Trinken, Spielen, Austausch von Zärtlichkeiten und natürlich als "Hand". Ihr Gehör ist weit besser als das von uns Menschen. Sie können sich mit tiefen Tönen über viele Kilometer Entfernung verständigen, und das, ohne dass andere Tiere oder wir Menschen sie belauschen können. Schon lange haben Wissenschaftler gerätselt, wie sich Elefanten miteinander verständigen. Wir können zwar hören wie sie trompeten oder schnauben, aber ein großer Teil ihrer "Unterhaltungen" entgeht uns. Seit einigen Jahren weiß man, warum: Elefanten verständigen sich im Infraschall-Bereich, der so tief ist, dass wir ihn nicht hören können. Es sei denn, wir haben ein Infraschall-Gerät. Seitdem weiß man, dass sich die Rüsseltiere über viele Kilometer hinweg verständigen. Sie warnen sich gegenseitig, locken, drohen oder blasen zum Aufbruch. Sie können sogar gezielt einen Elefanten rufen, der viele Kilometer weit entfernt ist.

Schon gewusst? Die großen Ohren der Elefanten sind nicht nur zum Hören da. Wenn es sehr heiß ist, dann können sich die Elefanten mit heftigem Ohrwedeln Kühlung verschaffen. Denn beim Wedeln wird die Wärme des Blutes rasch an die Außenluft abgegeben. Cool! Noch cooler: Elefanten in Kenia können das Geräusch von Lastwagen nachahmen.