Amphibien und Mulle
Zu den Lebewesen, die größtenteils oder sogar immer unter der Erde der Savannen leben zählen Mulle und alle Arten von Amphibien wie Frösche und Lurche.
Die Amphibien
Amphibien benötigen eine ständig feuchte Umgebung, um zu überleben. Aber die Savannen zeichnen sich durch eine lange Trockenzeit aus. Wie überstehen die Lurche und Frösche wie der Afrikanische Ochsenfrosch, der Krallenfrosch oder der Rote Wendehalsfrosch die lange Trockenzeit? Diese Amphibien sind Meister der Anpassung. Sobald die Trockenzeit beginnt, graben sie sich tief in den Boden ein und verfallen in eine Trockenstarre. Einige Arten können Kokons aus abgestorbener Haut bilden, um Feuchtigkeit im Boden zu speichern. Erst während der kurzen Regenzeit werden sie aktiv und begeben sich auf Partnersuche. In den Tümpeln beginnen sie sich fortzupflanzen. Sie müssen sich beeilen, denn die Kaulquappen müssen sich entwickeln, bevor die Tümpel wieder austrocknen.
Der Afrikanische Ochsenfrosch ist einer der größten Frösche der Welt. Die Männchen sind deutlich größer sind als Weibchen. Sie erreichen eine Länge von etwa 25 cm und können bis zu 2 kg schwer werden. Der riesige Frosch ist in den Savannen Süd- und Südostafrikas heimisch. Er ist ein massiger Lauerjäger, der alles frisst, was ihm vor sein breites Maul kommt, auch Mäuse und Schlangen sowie andere Frösche. Die Männchen wandern in Massen in die Tümpel ein und äußern laute, bellende Paarungsrufe. Die Eier der meisten Weibchen einer Laichgesellschaft werden von demselben, dominanten Männchen befruchtet. Dieses bewacht später auch die schlüpfenden und sich innerhalb weniger Wochen fertig entwickelnden Kaulquappen. Aber auch Menschen fangen und essen diese Frösche. Bei Störungen und Gefahr verteidigen sie sich energisch durch Anspringen und Beißen des Gegners. Dabei stoßen sie ein Geschrei aus, das an das Brüllen von Rindern erinnert.
Der rote Wendehalsfrosch ist mit seiner fünf bis sechs Zentimetern Größe ein kleiner Verwandter des Ochsenfrosches, er kommt in Westafrika vor. Sein Bauch und die Seiten sind lackschwarz, aber sein Rücken ist tiefrot. Er hüpft nicht, wie ein normaler Frosch, sondern läuft im langsamen Stelzgang durch die Gegend. In trockenen Jahren laicht der Rote Gummifrosch erst dann ab, wenn mindestens 16 bis 18 Millimeter Niederschlag gefallen sind. Woher er das weiß, ist sein Geheimnis. Er besitzt einen chemischen Tarnmantel, mit dem er sich vor den aggressiven Ameisen schützt.
Die Mulle
Der Nacktmull, der Tiefbau-Spezialist der Savanne

Der Nacktmull zählt nicht zu den Amphibien, er ist das einzige welchselwarme Säugetier. Der Nager lebt in den Halbwüsten von Ostafrika. Er gewinnt sicher keinen Schönheitspreis, aber er ist ein echter Tiefbau-Spezialist. Nacktmulle haben sich an das Leben in der Trockenheit angepaßt. So überleben sie auch, wenn mehrere Jahre hintereinander kein Regen fällt. Sie brauchen nämlich kein Wasser, das beziehen sie aus ihrer Nahrung: Wurzeln und Knollen. Der Nacktmull lebt in Kolonien von etwa 300 Tieren. Die Arbeiterinnen schaffen unter der Erde ein weitverzweigtes Reich. Soldaten bewachen das Reich an den Ausgängen, um Feinde am Eindringen zu hindern. Sie werden von einer Königin regiert, die allein fähig ist, Nachkommen zu zeugen. Sie ist ziemlich aggressiv und bekämpft selbst ihre direkten Nachkommen. Sie erreicht für Nacktmulle ein biblisches Alter von 13 Jahren. Ihre Arbeiterinnen sind dagegen unfruchtbar und werden nur etwa fünf Jahre alt.
Besonderheiten: Über die Jahrtausende haben Nacktmulle ihr Fell verloren und ihr Augenlicht. Sind Nacktmulle ganz nackt? Nein, sie besitzen Schnurrhaare und feine Haare am ganzen Körper. Diese dienen als Sinneshaare. Auch sonst haben sich Nacktmulle an das Leben im Untergrund angepaßt. Ihre Nasenlöcher sind verdeckt. Sie besitzen riesige Nagezähne, die sie zum Graben einsetzen. Damit beim Graben nicht zuviel Sand in ihr Maul fällt, befindet sich die Lippe hinter den Zähnen.
Verständigung: Nacktmulle verständigen sich mit etwa 20 verschiedenen Lauten. Wenn sie sich miteinander unterhalten, klingt es wie Vogelgezwitscher.
Nacktmulle sind ein Rätsel für Tiermediziner. Sie gehören zu den ganz seltenen Tieren, die kaum Schmerz empfinden. Außerdem erkranken sie kaum an Krebs.
Eklig aber wahr: Manchmal verputzen Nacktmulle ihren eigenen Kot. So können sie noch die kleinsten Reste ihrer kargen Nahrung verwerten.
Leben unter dem Sand
Die Goldmulle beherrschen das unterirdische Reich in den südlichen Savannen. Sie sind Einzelgänger. Sie graben lange Gänge und Höhlen im Wüstensand und sind so vor Hitze und Sonne geschützt. Sie verteidigen ihr Revier mit Klauen und Zähnen gegen Eindringlinge, denn sie müssen ganz schön schuften, bis sie sich ein ordentliches Heim gegraben haben. Außerdem ist die Nahrung knapp, denn unter dem Sand gedeihen nur ein paar Wurzeln. Goldmulle besitzen einen spindelförmigen Körper und kräftige Grabklauen an den Vorderfüßen. Was ihnen fehlt sind äußerlich sichtbare Ohren und ein Schwanz. Ihr Verwandter in den Savannen von Ostafrika ist wesentlich geselliger. Er lebt in großen Kolonien.



