Termiten, die Baumeister der Savanne

Die Termiten zählen zu den kleinsten und zahlreichsten Bewohnern der Savanne. Ihre Bauten ragen drei bis fünf Meter in die Höhe. Sie durchziehen wie ein Strickmuster die Savanne. Termiten bilden Lebensgemeinschaften mit Bäumen und dienen als Nahrung für größere Tiere.

Termiten bilden Staaten

Termiten Soldaten (c) Filipe Fortes CCBYSA2.0Termiten sind die ältesten staatenbildenden Insekten. Über Millionen von Jahren haben sie die Savannen rund um den Äquator bevölkert. Von Natur aus sind sie benachteiligt. Sie haben keinen Stachel wie Bienen und sie besitzen keinen schützenden Chitinpanzer wie Ameisen. Wie konnten sie so lange überleben? Sie sind Kommunikationskünstler. Binnen Sekunden verständigen sich hunderttausende Termiten über eine Gefahr und was dagegen zu tun ist. Wächter bewachen ständig alle Ein- und Ausgänge und die Belüftungsschächte zu den Nestern. Tauchen Ameisen auf, dann schlagen die Wächter Alarm, in dem sie mit ihren Kiefern auf den Boden klopfen. Daraufhin eilen Soldaten herbei, die einen Verteidigungswall bilden. Hinter ihnen beginnen Arbeiter, alle Gänge zuzumauern. So schaffen es die Termiten gemeinsam, sich vor ihren Fressfeinden zu schützen.

Der Termitenbau

Von außen ist der Termitenbau unscheinbar, im Inneren ist er ein kompliziertes Labyrinth, das von vielen Gängen und Luftschächten durchzogen wird. Die Termitenkönigin thront in einer eigenen Kammer, im Zentrum des Baus. Sie ist das einzig fruchtbare Weibchen, das sämtliche Eier des Insektenvolkes produziert. In der Nähe der Königinnen-Kammer liegen die Kammern für Eier und kleinere Larven. Darum herum liegen die Kammern der größere Larven und Arbeiter-Termiten. Daran schließen sich die Pilz-Kammern an. Termiten ernähren sich nämlich von Pilzen, die sie selber züchten.

Der Termitenhügel ist ein Schutzwall vor Fressfeinden

Termitenhügel in Namibia (c) Lothar Herzog CCBYSA2.0Termitenhügel siehst du überall in der Savanne aufragen. Sie sind faszinierende Bauwerke, die Termiten oft über Jahrhunderte und Jahrtausende gebaut haben. Sie können bis zu sieben Meter hoch werden und mehrere Millionen Termiten beherbergen. Die fleissigen Insekten tragen Erde und zerkautes Pflanzenmaterial zusammen und formen mit ihrem Kot und Speichel daraus eine Festung. Diese beiden Geparden können den Termitenhügel nicht knacken. Tatsächlich sind nur wenige Tiere sind in der Lage, die steinharten Mauern eines Termitenhügels aufzubrechen. Dazu gehören Ameisenbären, Erdferkel und Gürteltiere, die mit ihren starken Klauen Löcher in einen Termitenhügel graben können. Wird ihr Bau aufgebrochen, beginnen die Termiten sofort wieder damit, ihn zu verschließen. Die wichtigsten Feinde von Termiten sind jedoch Ameisen, die in ihren Bau eindringen und blitzschnell eine ganze Kolonie erbeuten können.

Schon gewusst? Manche Tiere nutzen Termitenhügel als Aussichtsplattform oder als Ofen. Vögel wärmen sich nach einer kalten Nacht an dem warmen Luftstrom, der aus dem Schlot des Hügels aufsteigt. Elefanten schubbern sich gern am Termitenhügel, der dadurch im Laufe der Zeit rund und glatt wird.

Wohnen Erdgeister im Termitenhügel?

Jungs sammeln Flügeltermiten (c) Tim Cowley CCBYSA4.0Manche Savannenvölker glauben, dass  in den Termitenhügeln Erdgeister wohnen. In einigen Legenden heißt es, dass die ersten Menschen durch eine Öffnung in Termitenhügeln hervorkamen. Manche afrikanischen Geschichten erzählen davon, dass ein Jäger bei der Verfolgung eines Wildes durch einen Termitenhügel in die Unterwelt vordringt und erst nach einem gefährlichen Abenteuer wieder heraus findet. Die Kinder rechts im Bild sammeln Termiten, denn sie sind nahrhaft. Gegrillt oder gebraten ergeben sie ein schmackhaftes Abendessen im Busch.