Titanosaurier - Riesen im ostafrikanischen Grabenbruch

Am Ende der Trias waren die Dinosourier nahezu ausgestorben. Doch bald erwachte wieder neues Leben auf dem Planeten. Vor 200 bis 165 Millionen Jahren hatte sich Afrika als eigener Kontinent abgespalten. In dieser Periode, man nennt sie die Jurazeit, entwickelten sich in Afrika einige der größten Dinosaurier aller Zeiten. Sie hatten der Natur getrotzt und wurden größer und vielfältiger als ihre Vorfahren. Wie hatten sie das geschafft?

Der Friedhof der Dinosaurier

Dinos

Im ostafrikanische Grabenbruch fanden Forscher im Jahr 1909 eine Antwort darauf. Sie waren auf einen  Friedhof von Dinosauriern gestoßen, der durch gewaltige Erbeben entstanden war. Zahllose Tiere und Pflanzen waren in den Tiefen der Erde verschluckt und konserviert worden. Die Forscher entdeckten 250 Tonnen versteinerte Dinosaurierknochen. Sie setzten die Fossilien  zusammen und staunten: Sie hatten das nahezu vollständige Skelett eines der größten Tiere der Weltgeschichte gefunden: den Brachiosaurus.

Der Brachiosaurus

Malawisaurus Brachiosaurus bedeutet Armechse, denn die Vorderbeine des Riesen waren länger als seine Hinterbeine. Der Brachiosaurus gehörte zu den größten Tieren, die je auf unserem Planeten gelebt haben. Er war etwa 26 Meter lang und 13 Meter hoch. Sein Gewicht betrug ungefähr 37 Tonnen, so viel wie 6 Elefanten. Allein der Hals dieses Titanen konnte bis zu sechzehn Meter lang werden. Der Brachiosaurus ging auf vier Beinen, schließlich hatte er einen massigen Körper zu tragen. Sein Kopf dagegen war klein und gewölbt, mit einer breiten, flachen Schnauze. Er besaß zapfenartige Zähne, mit denen er Pflanzen abreißen konnte.

Dinosaurier und der Klimawandel

Die Forscher konnten aus der Riesenechse und Überresten von anderen Fossilien eine Menge über die Erdgeschichte herausfinden. So erfuhren sie, dass das Klima auf der Erde kälter geworden war.

Meere und Seen waren entstanden. Farne, Schachtelhalme und Nadelgehölze bedeckten das Land. Sie lieferten reichlich Nahrung, so dass die Echsen über die Jahrtausende zu Titanen heranwuchsen, bekannt als Brachiosaurier. Die Riesenechsen profitierten also vom Klimawandel.

Wie lebte der Brachiosaurier?

MalawisaurusEr bewohnte die Erde in der späten Jura-Zeit, also vor etwa 135 Millionen Jahren. Die meiste Zeit des Tages beschäftigte er sich mit Fressen. Er wanderte in Herden durch die Ebenen, da er gemeinsam mit seinen Artgenossen besser vor Feinden geschützt war. Wurde er von einem Raptoren angegriffen, setzte er zur Verteidigung seinen langen Schwanz wie eine Peitsche ein. Wie alle Riesenechsen legte auch dieser Saurier Eier. Die Riesenechse ernährte sich von Farnen, Ginkgo und Nadelbäumen. Dank des langen Halses reichte sie bis an die Baumkronen heran. Nur Zerkleinern konnte  sie die Blätter nicht, dazu waren ihre Zähne nicht geeignet. Deshalb schluckte sie Steine, die im Magen die Nahrung zerkleinerten.

Schon gewusst? Das Skelett des Brachiosaurus ist heute das Prunkstück im Berliner Museum für Naturkunde. Es ist das weltweit größte montierte Dinosaurierskelett.

Der Malawisaurier war eine Urform der Titanen

Ein Titanosaurus wurde in Malawi gefunden, durch ihn weiß man, dass Afrika in der Kreidezeit von den Riesenechsen beherrscht wurde. Der Malawisaurier hatte einen extrem langen Hals und Schwanz, einen recht kleinen Kopf und einen massigen Rumpf mit säulenartigen Beinen. Er war ein Pflanzenfresser und durchstreifte die Berge und Wälder ringsum den Malawisee. Er hatte einen kurzen und hohen Schädel, sein Körper war mit Hautknochenplatten bedeckt. Sollten ihn diese vor den scharfen Zähnen der Fleischfresser schützen? Sein Skelett kannst du im Cultural and Museum Center in  Malawi besichtigen.

       

Der Barosaurus war ein weiterer afrikanischer Titan, der in der Jurazeit lebte. Barosaurus bedeutet schweres Reptil, und der Gigant hatte tatsächlich gewaltige Ausmaße. Er wurde bis zu 27 Meter lang und brachte bis zu 35 Tonnen auf die Waage. Seine Vorderbeine waren zwei Meter lang. Er war Pflanzenfresser und verteidigte sich gegen Fleischfresser allein mit seiner Größe.

Schon gewusst? Dinos hatten Riesenflöhe, die zehnmal größer waren als die heutigen Flöhe. 

Komm mit in die Kreidezeit und finde heraus, wie es mit den afrikanischen Dinosaurier weiterging