Kariuki und sein weißer Freund

Eine Erzählung aus Kenia von Meja Mwangi. Lamuv Verlag 1991

 „Friede war etwas, wovon wir nur träumen konnten." erinnert sich Kariuki. Der 13jährige Kenianer erlebt tagtäglich Ungerechtigkeiten und brutale Gewalt während der Unabhängigkeitskämpfe. Er denkt nicht darüber nach, er tut einfach, was er für richtig hält. Trotz der Verbote seiner Eltern und seiner Gemeinschaft freundet er sich dem weißen Jungen Nigel an. Nigel ist der Enkel des britischen Farmherrn. Durch Nigel beginnt Kariuki an der strengen Rangordnung in Dorf und Kirche zu zweifeln. Dank Nigel glaubt er nicht mehr, dass die Weißen Verwandte der Heiligen sind und mit ihren hellen Augen wie Katzen sehen oder in andere Köpfe gucken können. Doch was ist mit den Menschen in seiner Familie und in seiner Gemeinschaft? Er fürchtet sich vor den Kopfnüssen seines Vaters, hat Angst vor den Links-Rechts-Kombinationen seines Bruders Hari, und er fürchtet sich vor den Bestrafungen und Prügeleien in der Schule. Am schlimmsten sind die Strafen des Farmbesitzers, der weiße Soldaten zu Hilfe ruft gegen die Mau-Mau-Freiheitskämpfer. Zu diesen Leuten des Waldes zählt auch sein Bruder Hari. Sie verbreiten Angst. Als Nigel bei der Jagd auf das Warzenschwein „Old Moses" gekidnappt wird, gerät Kariuki in Panik. Nigel riskiert für den Freund sein Leben.

Die Geschichte wurde 1992 mit dem Deutscher Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.