Wie die Geschichten in die Welt kamen

von Gcina Mhlophe (Südafrika). Illustrationen von Silke Tessmer.
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1998.

«Es geschah einmal vor langer Zeit, da lebten die Menschen überall auf der Welt in winzig kleinen Dörfern: Mütter mit ihren Kindern, Väter, die kunstvoll schnitzten. Auch Tiere lebten im Wald, es gab Vögel, Wind und Meer . . . Nur an etwas fehlte es noch: an Geschichten. Die aber hätten die Mütter für ihre Kinder ganz dringend gebraucht.“
Gcina Mhlope erzählt von einer südafrikanischen Fabel, in der es darum geht, wie die Geschichten auf die Welt kamen. In ihrem Bilderbuch Wie die Geschichten auf die Welt kamen begegnen wir Mazanendaba, einer Mutter, die sich auf den Weg macht, um Geschichten zu suchen. Sie fragt vergeblich bei den Tieren im Urwald nach, sie berät sich mit dem Adler, taucht mit dem Delphin tief ins Meer. Sie kehrt zurück zu ihrem Mann und den Kindern mit dem schönsten Geschenk, das die Wassergeister ihr machen konnten. Mit einer riesigen Zaubermuschel. Wer sie sich ans Ohr hält und genau zuhört, der erfährt unzählige Geschichten.

 

Gcina Mhlophe ist eine südafrikanische Geschichtenerzählerin, Schriftstellerin und Schauspielerin. Ihre Mutter ist Xhosa, ihr Vater ein Zulu, so hat sie schon früh die Geschichten aus zwei verschiedenen Völkern mitbekommen. Heute erzählt sie Geschichten und regt damit andere an, ihre eigenen Geschichten hervorzubringen.