Simbabwe heute

Schuljungen in Nyanga freuen sich über den Ferienbeginn (c) the vagabondadventuresIm Februar 1980 erhielt Simbabwe die Unabhängigkeit von Großbritannien. Nach dem langen Kampf um Selbstbestimmung hatte die schwarze Bevölkerung viel erreicht. Doch es gab viel Streit im Land. Die Parteien konnten sich nicht darüber einigen, wie das zukünftige Simbabwe aussehen sollte. Es war ein Pulverfass. Robert Mugabe wurde zum Ministerpräsidenten gewählt und regierte wie ein Diktator. Er gewann die Sympathie der schwarzen Bevölkerung durch seine Landreformen. Denn er vertrieb die weißen Farmer und verteilte ihr Land an die einheimische Bevölkerung. Mugabe wollte damit die Auswüchse der Kolonialzeit rückgängig machen. Doch gleichzeitig verbot er die freie Presse, verfolgte Kritiker und Mitglieder der  Opposition. Auch kam es immer wieder zu gewaltsamen Aktionen gegen die eigene Bevölkerung. Viele Simbabwer verließen das Land; die meisten wanderten nach Südafrika aus. Mehrere Dürreperioden schwächten die Landwirtschaft. Simbabwe verarmte. Nach Aufständen in der Bevölkerung und internationaler Kritik mußte Mugabe 2017 die Macht abgeben. Sein Sturz wurde von der Bevölkerung gefeiert, denn viele hoffen auf mehr Freiheit und wirtschaftliche Verbesserungen. 

Der alte und der neue Präsident von Simbabwe

Der neue Präsident Emmerson Mnangagwa gilt auch als Hardliner. Aber die Bevölkerung hat bei ihren letzten Demonstrationen klar gemacht, dass sie genug hat von Diktatoren. Sie will, dass ihre Kinder in Sicherheit aufwachsen. Dann werden auch viele Auswanderer wieder zurückkehren, die für den Wiederaufbau der Wirtschaft gebraucht werden. Dann könnten auch wieder mehr Touristen kommen. Denn ohne Geld aus dem Ausland wird das bitterarme Land kaum überleben können.

Kinderarmut und Kinderrechte

 

Simbabwe ist ein armes Land. Fast jeder zweite Einwohner lebt unter der Armutsgrenze. Am meisten leiden Kinder unter der Armut. Ihre Rechte auf Ernährung, Bildung, Schutz und Gesundheitsvorsorge sind für viele nicht verwirklicht. Es gibt ein Sozialwesen, doch es fehlen die Mittel, um alle Kinder gut zu versorgen. Viele sind auch gezwungen, auf den Farmen ihrer Familien mitzuhelfen, oder mit einfachen Hilfsjobs zusätzlich zum Familieneinkommen beizutragen. Leider zählt Simbabwe auch zu den Ländern, die von der Krankheit Aids besonders betroffen sind. Die Versorgung der Kranken ist so schlecht, dass viele Familien in Nachbarstaaten ziehen, weil sie dort eine bessere Behandlung bekommen. Die dringendste Aufgabe des Landes besteht darin, für einen regulären Schulbetrieb zu sorgen und die Grundschulen für alle bezahlbar zu machen. Das könnte der neue Präsident von Luthuli lernen, der bekanntesten Persönlichkeit von Simbabwe.

 

 

Berühmte Persönlichkeit: Albert John Luthuli wurde 1898 in Bulawayo geboren. Er war Politiker, Religionsführer und Stammesführer der Zulu. Außerdem war er Präsident der südafrikanischen Befreiungsbewegung „African National Congress“, des ANC. Für seinen friedlichen Einsatz gegen die Rassendiskriminierung wurde er als erster Afrikaner 1960 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

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