Sansibar und der Traum vom Schwimmen

Stell dir vor, du bist auf einer Insel mit wunderschönem, weißem Strand, Palmen und glasklarem Wasser. Alle tollen herum, planschen, schwimmen, tauchen, nur du nicht. Leider ist das die Realität für Mädchen auf Sansibar. Sansibar ist eine Inselgruppe vor der Küste von Ostafrika. Sie gehört zu Tansania und ist bekannt für ihre wunderschönen Strände. Touristen aus aller Welt reisen nach Sansibar, um zu schwimmen, zu tauchen und zu surfen. Nur die Mädchen und Frauen auf der Insel durften das bislang nicht. Was hier für Jungs selbstverständlich ist, ist für sie tabu. Warum? Gefühlte 98 Prozent der Bewohner sind islamisch, und da ist es undenkbar, dass einheimische Mädchen in Badeanzügen herumtollen. Gottseidank ändert sich das langsam. Seit es Burkinis gibt, hat sich ein kleiner Schritt Richtung Emanzipation getan. Burkinis sind im zwar in westlichen Ländern verpönt, weil unpraktisch. Außerdem sind sie ein Zeichen für die Verhüllung von Frauen, die in zahlreichen islamischen Ländern vorgeschrieben ist.  Aber wenn diese Badetracht eine Bedingung dafür ist, dass die Sansibari Mädchen schwimmen lernen, dann sind sie ein Segen. Auf dem Foto rechts siehst du den Strand vor Stone Town, der Altstadt von Sansibar. Fällt dir was auf? Keine Mädchen!

Das NGO Panje Project hat sich in Sansibar dafür eingesetzt, dass auch Mädchen am Schwimmunterricht teilnehmen dürfen.  Eltern und Lehrer stimmten zu, aber nur mit Burkuni – das war ihre Bedingung. Seitdem erobern ihre Töchter und Schülerinnen das Meer. Vielleicht ist schwimmen in weiter Ganzkörperbedeckung nicht ideal, aber den Mädchen vermittelt es dieses wunderbare Gefühl, das wir beim Schweben im Wasser empfinden. Und es erlaubt ihnen endlich auch, die faszinierende Unterwasserwelt rund um ihre Inseln zu entdecken. Was lernen wir daraus? Mädchen sind in islamischen Ländern häufig Beschränkungen ausgesetzt, dann ist manchmal ein Rückschritt für sie ein Schritt nach vorne! Auf dem Foto links siehst du, wie die Sansibari Mädchen schwimmen lernen mithilfe von leeren Wasserkanistern. Sie dienen wie ein Schwimmreifen dazu, dass man im Wasser schweben kann ohne dabei unterzugehen.

P.S.

Anna Boyiazis hat die Schwimmkurse der Nixen von Sansibar mit der Kamera begleitet und für ihre tollen Photos den World Press Photo Awards 2018 eingeheimst!

Wir, Angelika und das Team von afrika-junior, finden sie fabelhaft!

Hier gehts zum Märchen des Monats

 


Hier findest du mehr über Sansibar

Vorschau: Besuch uns nächsten Monat wieder, da geht es um das große Krabbeln in Afrika. Alles, was du über Spinnen in Afrika immer schon wissen wolltest.


TV Tipp: Der weiße Delfin

Mittwoch 8. Mai, 16:15 Kika

Sherlock Yack. Wer hat den Seehund beklaut.

Donnerstag, 9. Mai, 15:50, Kika
Diese Folge passt besonders gut zu unserem Thema