Afrikas tierische Gewinner und Verlierer in 2018

Immer mehr Tierarten gelten als bedroht. Auch in diesem Jahr sind viele, neue Sorgenkinder dazu gekommen. Warum? Wir Menschen bedrohen die Tierwelt immer mehr. Wir zerstören Lebensräume, vermüllen die Ozeane und verpesten die Umwelt. Als wäre das nicht schon genug, sind immer mehr Wilderer unterwegs, die seltene Arten jagen. Fast 27 000 Arten stehen Ende 2018 auf der Liste für bedrohte Lebewesen. Hier stellen wir einige afrikanische Vertreter vor.

Die bedrohte Welt der Nashörner

Der Tod von "Sudan" war in 2018 der Inbegriff für Afrikas bedrohte Tierwelt. Wer war Sudan? Das letzte Männchen aus der Unterart Nördliches Breitmaulnashorn. "Sudan. Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn, 1973-2018": So steht es auf einem Gedenkstein zur Erinnerung an den weltbekannten Dickhäuter. Das Nashorn musste in Kenia wegen Altersschwäche eingeschläfert werden. Weltweit gibt es nur noch zwei weibliche Nördliche Breitmaulnashörner, und die sind unfruchtbar. Nach der traurigen Nachricht vom März keimt jetzt wieder Hoffnung auf für die Tiere mit dem charakteristischen breiten Maul: Forscher vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung haben Embryos dieser Art im Labor erzeugt. Mit viel Glück können sie mit der künstlichen Reproduktion und der Stammzellforschung die Ausrottung der Nashörner aufhalten. Viele hoffen, dass die Forscher damit die Vorlage liefern für die Rettung weiterer hochgefährdeter Arten. Das Nördliche Breitmaulnashorn ist bis jetzt noch Verlierer in 2018.

 

Pangoline und der illegale Handel mit den Schuppentieren

Das Schuppentier bewohnt die Savannen, das Wald- und Buschland in Afrika. Manche Arten leben auf Bäumen und in Baumhöhlen, manche sind Bodenbewohner und ziehen sich in selbst gebaute oder verlassene Erdbauten zurück. Auf ihren Hinterbeinen können sie sich schnell fortbewegen, ihre Vorderbeine nutzen sie als Grab- oder Kletterwerkzeug. Die Tiere sind Insektenfresser, am liebsten verputzen sie Termiten und Ameisen. Um in die Gänge ihrer Beute zu gelangen, sind sie perfekt ausgestattet – mit einer bis zu 70 Zentimeter langen, runden und klebrigen Zunge. Warum sind Pangoline so stark gefährdet? Sie gelten als Delikatesse, und ihre Schuppen werden in Asien als Arzneimittel verwendet. Der Handel mit den Schuppentieren ist weltweit verboten. Dennoch gehören sie zu den meistgehandelten Tieren der Welt. Auch sie gehören zu den Verlierern 2018.


Der Mangarahara-Buntbarsch, der seltenste Fisch der Welt

Der Mangarahara-Buntbarsch kommt nur in dem gleichnamigen Fluss in Madagaskar vor. Er gilt als der seltenste Fisch der Welt. In seinem natürlichen Lebensraum galt der Buntbarsch bereits als ausgestorben. Ursache war, dass der Fluss durch Abholzung der Wälder und Nutzung des Wassers für den Reisanbau ausgetrocknet war. Nur noch drei Exemplare hatten in verschiedenen Aquarien überlebt. Aber alle waren männlich. Die "Zoological Society of London" startete deshalb 2013 einen Aufruf im Internet, ob vielleicht noch ein Weibchen bei einem Halter zu finden wäre. So hätte man wenigstens die Art in Menschenhand erhalten können. Der Appell brachte keine Hinweise. In Madagaskar jedoch erkannte ein Geschäftsmann den Fisch. Er glaubte, ihn erst vor kurzem in einem abgelegenen Dorf entdeckt zu haben. Rasch wurde eine Expedition ausgesandt. Diese fand in einem Zufluss des Mangarahara insgesamt 18 der Buntbarsche und brachte sie in eine eigens errichtete Zuchtstation. Auf diesen wenigen Exemplaren ruhen nun die Überlebenshoffnungen. Ihr Lebensraum scheint allerdings für lange Zeit zerstört zu sein. Der Mangarahara-Buntbarsch zählt zu den Gewinnern.

 

Der bunte Bienenfresser

Hast du in deiner Nähe schon einmal einen so bunten Vogel gesehen? Kein Wunder, der bunte Bienenfresser lebt in tropischen Gefilden, in Nordwestafrika. Manchmal trifft man ihn auch in Süd- und Südosteuropa. Sein Lebensraum sind offene Landschaften mit einzelnen Bäumen und Gebüschen. Er brütet gerne in Steilhängen an Flussufern oder Seen. Der aus den Tropen stammende bunte Vogel wird langsam in Deutschland heimisch. Hier galt er als ausgestorben. Doch seit 1990 wandert er wieder ein. Warum? Wegen der Klimaerwärmung. Ein Gewinner also, aber leider aus den falschen Gründen. Wo du ihn finden kannst? Im Gebiet um den Kaiserstuhl, im südlichen Sachsen-Anhalt bei Merseburg oder im Kreis Viersen am linken Niederrhein auf.

Wir wünschen euch ein friedvolles, glückliches, aufregendes Neues Jahr

Angelika und das Team von afrika-junior

Hier gehts zum Märchen des Monats

 

 

Fernsehtipps:

Jane, Dokumentation Sonntag, 6.1.2019 20:15 Uhr ARTE

fragFINN  Dienstag, 8.1.2019 12:20 Uhr Super RTL

Elefanten hautnah 9.1. 2019 9:35 Uhr ARTE

Namib - Wüstenelefanten 9.1. 2019 11:05 Uhr ARTE

 

Vorschau: Besuch uns im nächsten Monat wieder, dann berichten wir über spannende Neuigkeiten aus Afrika!