Geschichte des Sudan

Atbara in Sudan (c) Johannes KlausKaum zu glauben, dass hier einst eines der größten Handelsreiche der Antike lag.  Das antike Nubien war ein ein schwarzafrikanisches Handelsreich, das über riesige Goldvorkommen verfügte. Sein Reichtum an Gold und der Sklavenhandel machte Nubien zu einem wichtigen Handelspartner von Arabien und Ägypten. Die ägyptischen Pharaonen eroberten Teile von Nubien und beherrschten Jahrtausende lang den Norden des Reiches. Doch die Fürsten Nubiens lernten von den Ägyptern die Kriegskunst. Sie kopierten ihre Waffen und wurden sehr mächtig.

Pyramidenfriedhof in Meroe, im früheren Königreich Kusch (c) Humboldt Universtität Berlin

 

 

 

Der Aufstieg des Königreiches Kusch

Der kuschitische Pharao Aspelta (c) Keith Schengili RobertsDer ägyptischen Pharao Tutmosis III. legte den Grundstein für das spätere Königreich Kusch. Etwa 1450 vor Christus erweiterte er das ägyptische Imperium in den Süden und gründete am Berg Barkal, im heutigen Sudan, die Stadt Napata. 400 Jahre danach übernahmen nubische Herrscher in Napata das Zepter und herrschten zeitweise über ganz Ägypten. Mit der Christianisierung zwischen dem fünften und sechsten Jahrhundert verdrängten christliche Königreiche das alte Königreich. Vieles von Kusch ist im Sand der Wüste verschwunden. Der Berg Barkal mit der historischen Stadt Sanam  birgt noch heute die Überreste des Königreiches von Kusch.

 Sudan wird islamisch

Madhist im Kalifenhaus in Omdurman (c) wikimediaOsmanische Vizekönige errichteten im 19. Jahrhundert ihre Herrschaft über Sudan. Sie gründeten am Zusammenfluss des Blauen und Weißen Nils ein Militärlager, das spätere Khartum. Der Islam verdrängte die christlichen Königreiche. Sudan wurde immer mehr von der arabischen Kultur beeinflusst. Unter dem Kalifat von Omdurman erlebte Sudan im 19. Jahrhundert eine Blütezeit.

Sudan wird britische Kolonie

Hafen von Port Sudan (c) solagraciaEnglands Hunger nach Kolonien im Osten Afrikas war unersättlich. Sudan mit seinen Häfen am Roten Meer war ein wichtiger Handelsplatz für den Warenaustausch mit Arabien und Indien. 1898 eroberte eine britische Streitmacht unter ägyptischer Beteiligung den Sudan. Bis 1953 blieb der Sudan britische Kolonie. Nach einer Volksabstimmung wurde drei Jahre später, am 1. Januar 1956, die Republik Sudan ausgerufen. In einem langen, erbitterten Bürgerkrieg versuchten sich die Südsudanesen von der arabischen Vorherrschaft zu befreien. Der Krieg wurde beendet mit dem Beschluss, Nord- und Südsudan in zwei autonome Länder zu unterteilen.