Die Geschichte der Komoren

Portugiesisches Schiff um 1600 (c) Pauly CC BY SA 3.0

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Inseln heimgesucht von Sklavenjägern und Piraten. Madagaskar lag nicht weit, und das madagassische Volk der Sakalava lebte vom Menschenhandel. Die Sklavenjäger suchten in Wellen die Inseln heim. Zwischen 1790 und 1820 entvölkerten die Sklavenjäger der Sakalava die Insel Mayotte nahezu vollständig. Dann entdeckten Piraten die Inseln als Stützpunkt für ihre Raubzüge auf die Handelsschiffe, die zwischen Indien und Europa verkehrten. Außerdem lieferten die Bäume auf den Komoren das ideale Holz für den Schiffsbau. Die Piraten raubten nicht nur Handelsschiffe aus, sondern schalteten sich auch in den Sklavenhandel ein.

Sultanate auf den Komoren

Sultan Said Alibin Said Omar of GrandeComore 1897(c) Franz Sikora1832 wurde Mayotte von einem madagassischen König erobert. Er wurde bald von einem Sultan abgelöst, der die Unabhängigkeit der Insel erklärte. Danach spielten die Franzosen die erste Geige auf den Inseln. Sie erklärten Mayotte zu ihrem Schutzgebiet und verboten die Sklaverei. Trotz des Verbots behielten die Plantagenbesitzer noch viele Jahre die Sklaven. Links im Bild siehst du den letzten Sultan auf Grande Comore, Sultan Said Alibin Said Omar. Er regierte wie ein König sein Reich und konnte Gesetze erlassen.

Französische Kolonialherrschaft auf den Komoren

1912 erhielt das „Protektorat der Komoren“ den Status einer Kolonie. In den 1930er Jahren gehörte den französischen Siedlern ein großer Teil der Landfläche der Komoren. Die Inselbewohner wurden enteignet und mußten auf den Plantagen der Franzosen arbeiten. Nach vielen Protesten der Bevölkerung garantierte Frankreich erst 12 Jahre später das Wahlrecht und den Übergang zu voller Autonomie.