Die Geschichte von Gambia

King James I (c) wikimediaAnfang des 17. Jahrhundertes vergab König James I. einer britischen Gesellschaft das Privileg zum Handel mit Gambia. Auch Franzosen erhoben Anspruch auf Handelsposten in denselben Küstenabschnitten. Ein Kampf zwischen Franzosen und Engländern um das fruchtbare Gebiet brach aus. Die Engländer gewannen die Oberhoheit über das Gebiet. Im Jahr 1816 bauten die Engländer im heutigen Banjul einen Militärstützpunkt. 1888 teilten die europäischen Großmächte Afrika unter sich auf. Gambia wurde eine britische Kolonie. Dabei wurde die Grenze zwischen der französischen Kolonie Senegal und Gambia endgültig festgelegt.

Der schreckliche Handel mit Skalven in Gambia

Sklavenhandel-Afrika-Die Europäer hatten entdeckt, dass das Geschäft mit Sklaven lukrativer war als das mit Elfenbein. Ihre Gier nach Arbeitskräften führte in die größte Katastrophe auf afrikanischem Boden. In der Zeit des transatlantischen Sklavenhandels wurden von Gambia aus mehr als drei Millionen Afrikaner nach Amerika verschleppt. Erst 1807 beendete Großbritannien offiziell den Sklavenhandel. Tatsächlich ging der Handel weiter. Noch heute kann man den Spuren der Sklavenhändler in Gambia folgen. Sie führt auf dem Fluss Gambia nach Juffureh, den Geburtsort von Kunta Kinte, einem Helden aus der Zeit des Sklavenhandels.

Kunta Kinte, der Held aus Gambia und die berühmte "Roots"-Tour

Alex Haley (c) Ron MoodyIn ganz Afrika wissen selbst Kinder genau, wo Gambia liegt. Und zwar nicht aus dem Geo-Unterricht! Von klein auf hören sie die Geschichte von Kunta Kinte, dem großen Volkshelden, der aus dem Mandinka-Dorf Juffureh stammt. Kunta Kinte wurde von Sklavenjägern entführt und 1767 auf eimem Sklavenschiff in die damalige britische Kolonie Maryland verschleppt. Auf einer Versteigerung erwarb ein Plantagenbesitzer Kunta Kinte.  Der Gambier widersetzte sich tapfer dem Plantagenbesitzer und unternahm mehrere Fluchtversuche. Sein Nachfahre Alex Haley (1921-1992), links im Bild, schrieb seine Geschichte auf. Der Roman erschien unter dem Titel Roots. Im Deutschen erschien die Geschichte unter dem Titel Wurzeln. Auf Anhieb wurde der Roman ein Erfolg und trat einen Siegeszug um die ganze Welt an. Heute besuchen viele Touristen Gambia, um die Route der Sklaven  auf dem sogenannten "Sklavenfluss" mitzumachen. Zwei Stunden lang dauert die Bootsfahrt von der Hauptstadt Banjul nach Juffureh.