Die Geschichte von Gabun

Über die Frühzeit Gabuns ist nur wenig bekannt. In den Wäldern lebten Pygmäenvölker. Felsmalereien belegen, dass Gabun seit dem ersten Jahrtausend v. Chr. besiedelt war. Im 14. Jahrhundert erreichten die Bantu auf ihrer Wanderung die Gegend und siedelten sich an. Sie gründeten das Königreich von Loango im Norden Gabuns und herrschten bis ins 19. Jahrhundert. Als die Europäer im 19. Jahrhundert nach Zentralafrika vorstießen, lebten vor allem Mpongwe und Fang in dieser Region. Auf dem Foto rechts siehst du Fang-Jäger mit Stoßzähnen von Elefanten, das bei europäischen Händlern sehr begehrt war.

Neuzeit

1472 erreichten die Portugiesen unter Lopo Goncalves die Küste Gabuns. Sie trieben Handel mit den Mpongwe-Herrschern. Portugiesische Händler und Handwerker siedelten sich auf Fernando Poo, im Golf von Guinea, an. Während des 16. Jahrhunderts hielten englische und holländische Händler Einzug in Gabun. Auf dem Foto links sind Frauen der Fang, zusammen mit weiblichen Missionaren abgebildet. Das Foto entstand in Libreville.

 

Die Kolonisierung von Gabun

Anfang des 19. Jahrhunderts kamen die Franzosen, die bereits weiter nördlich kleine Kolonien gegründet hatten. Sie waren die ersten, die kleine Kolonien an der Küste gründeten. 1839 schlossen die Franzosen erste Verträge mit dort ansässigen Herrschern. Sie betrachteten deshalb das Gebiet als ihr Schutzgebiet. 1843 gründeten sie das Fort Aumale und fünf Jahre später die Hafenstadt Libreville. Der Name Libreville sollte daran erinnern, dass die Franzosen ein amerikanisches Sklavenschiff befreien konnten. Ihr Einfluss in dem Gebiet wuchs stetig. 1883 besiegten sie das Königreich Loango, und erklärten 1886 Gabun zu ihrer Kolonie. 1910 wurde es zum Territorium Französisch-Äquatorialafrika vereint. Gabun diente den Franzosen vor allem als Kautschuk-Lieferant sowie zum Beschaffen von billigen Arbeitskräften. Auf der Abbildung links sieht man, wie sich französische Kolonialsoldaten von Einheimischen in Hängematten durch die Dörfer transportieren liessen.

Der Kampf um die Unabhängigkeit

Im Zweiten Weltkrieg schickten die Franzosen viele Gabuner als Soldaten an die Kriegsfront in Europa. Für die Gabuner war die Kriegserfahrung im waffenstarrenden Europa schrecklich. Die Unzufriedenheit mit der Kolonialmacht wuchs. Die Gabuner schlossen sich zu Parteien zusammen und forderten die Unabhängigkeit von Frankreich. Zunächst erhielt Gabun den Status einer autonomen Republik. Unter dem Ministerpräsidenten Leon M'Ba wurde die Unabhängigkeit vorbereitet. 1960 erklärte sich Gabun vom Mutterland unabhängig. Auf dem Foto rechts siehst du Fang bei einem traditionellen Fest in Libreville.

Mehr über die Kolonialisierung von Afrika