Die Geschichte von Dschibuti

Die Europäer erobern die Ostküste Afrikas

Fleisch für das Marineschiff Boyarine (c) P.Merignac Editeur

Was haben Rinder mit der Kolonialisierung von Dschibuti zu schaffen? Eine ganze Menge. Die zweite Welle der Kolonialisierung begann mit dem Einzug der Europäer. Engländer hatten 1839 die Stadt Aden in Somalia erobert und dort einen Militärhafen geschaffen. Die Franzosen fürchteten, die Briten könnten durch den Hafen die Vorherrschaft über die afrikanische Ostküste und die Seewege Richtung Indien erhalten. Als der Sueskanal gebaut wurde, mussten sie handeln. Denn der Kanal schuf einen Durchgang vom Roten Meer zum Mittelmeer. Auch hier sollte eine wichtige Schifffahrtsstraße entstehen. Dadurch wurde das Küstengebiet strategisch wichtig. 1862 erwarb Frankreich das Küstenland von Dschibuti, dreißig Jahre später verleibte sich Frankreich auch die Sultanate der Stadt Dschibuti ein und machte das Gebiet zu seiner Kolonie. Die Vorherrschaft der Briten in dieser Region war gestoppt. Eine Eisenbahn von der Stadt Dschibuti nach Addis Abeba wurde gebaut. Dadurch wurde Dschibuti zum wichtigsten Hafen für Äthiopien. Zurück zu den Rindern. Die Schiffe mussten versorgt werden, mit Getreide, Gemüse und Fleisch. Die Rinder gehörten zum Tribut an die Kolonalherren.

Die französische Kolonialherrschaft dauerte lange

1956 erhielt Dschibuti zwar eine begrenzte Autonomie, doch erst am 27. Juni 1977 erhielt es seine volle Unabhängigkeit von Frankreich. Dieser Tag wird heute als Nationalfeiertag mit großem Pomp gefeiert. Während der ersten Zeit seiner Unabhängigkeit herrschte viel Streit im Land, denn die Minderheit der Afar fühlte sich benachteiligt. Afar-Rebellen kämpften gegen Regierungstruppen. Sie errangen einen kleinen Sieg. Die Rebellen erzwangen im Jahr 1992, dass ein Mehrparteiensystem eingeführt wurde und die Afar an der Regierung beteiligt wurden. Zwei Jahre später wurde der Bürgerkrieg mit einem Friedensabkommen beendet.