Die Geschichte von Angola

Die Portugiesen erkundeten im 16. Jahrhundert den Seeweg nach Indien. Sie segelten an den Küsten von Westafrika entlang und gingen an den großen Küstenorten vor Anker. So machten sie auch in Luanda Halt und besorgten sich frisches Wasser und Proviant. Ein Jahrhundert später errichteten sie in Luanda eine Handelsstation. Warum? Sie waren an der Ausbeutung der Diamanten und Goldvorkommen im Kongo interessiert.

Die Portugiesen und das Königreich von Ndonga

Queen Nzinga (1657) verhandelt mit portugiesischen Kolonialherren (c) gemeinfreiIm Gebiet von Angola herrschten damals die Könige von Ndonga und Matamba. Sie ließen sich auf Geschäfte mit den Portugiesen ein, denn sie wollten ihren Reichtum vergrößern. Aber sie mußten sich auch gegen die immer größeren Forderungen der Eindringlinge zur Wehr setzen. Denn die Europäer wollten nicht nur Diamanten und Gold, sie begehrten auch Land und Sklaven. Die bekannteste Vertreterin des Königreichs war die Prinzessin Nzinga, eine umsichtige Herrscherin. Das erkennst du gleich, wenn du das Bild rechts genauer ansiehst. Fällt dir an dem Bild etwas auf? Die Königin Nzinga verhandelt mit den portugiesischen Kolonialherren, sie sitzt nicht auf einem Stuhl - sieh noch genauer hin! - sie sitzt tatsächlich auf dem Rücken einer Dienerin! Der portugiesische Kolonialbeautragte vor ihr sitzt auf einem bequemen Sessel. Sein Plan war, dass Nzinga vor ihm auf einem Kissen Platz nehmen und zu ihm aufschauen sollte. Kurzerhand hatte Nzinga der Dienerin befohlen, ihr als Stuhl zu dienen.

Prinzessin Nzinga

Die Geschichte von der stolzen Nzinga verbreitete sich in Windeseile in ganz Afrika. Die Prinzessin kämpfte später gegen die Heere der Portugiesen und konnte ihr Gebiet verteidigen. Doch als sie starb war den meisten Kongolesen klar, dass die Europäer die Oberhand über ihr Gebiet bekommen werden.

Der Bau der Benguelabahn beschleunigt den Abbau der Bodenschätze

Karte über die Strecke der Benguala Bahn (c) Bunks CC BY SA 3.0

Die portugiesische Regierung beschloss 1899 den Bau einer Eisenbahn, um die reichen Bodenschätze von Angola schneller an die Küste zu transportieren. Der Transport dauerte mit der Bahn statt vieler Wochen nur ein paar Tage. Von dort gelangten die Waren über den Seeweg nach Europa. Die Europäer wurden reich, während die Einheimischen in Armut lebten.

Die Völker Angolas kämpfen für ihre Freiheit

Truppen marschieren in Angola ein (c) Fotograph unbekannt, gemeinfrei

Die Bevölkerung wehrte sich viele Jahrzehnte gegen die europäische Fremdherrschaft. 1960 – im sogenannten Afrika-Jahr - hatten 18 Kolonien die Unabhängigkeit von den Kolonialmächten erlangt. Nicht jedoch Angola. Die Diktatoren in Portugal waren alarmiert, sie wollten die Kolonie und damit den Zugriff auf die reichen Bodenschätze nicht verlieren. Sie führten einige Reformen durch, um die Kongolesen zu beschwichtigen. Doch die Völker in dem riesigen Land wollten frei sein. Im Bild rechts oben siehst du europäische Truppen in Angola einmarschieren.

Das Ende der Fremdherrschaft

Benguela-Bahn (c) Peter Bagshawe CC BY SA 3.0

Es dauerte 15 Jahre, bis sich die Angolaner von der europäischen Herrschaft befreien konnten. Dass es so lange dauerte lag daran, dass das portugiesische Volk selbst von einer Diktatur beherrscht wurde. Erst als sich die portugiesische Bevölkerung von den Diktatoren im eigenen Land befreit hatte, konnte sie auch die Fremdherrschaft in den Kolonien beenden. Mit großer Mehrheit waren die Portugiesen dafür, dass auch die Menschen in den Kolonien frei sein sollten. Im Jahr 1975 feierten die Angolaner die Unabhängigkeit von Portugal.

Angola wird ein unabhängiger Staat

Kurz nachdem Angola unabhängig wurde, brach ein Bürgerkrieg aus. Dabei ging es vor allem um die Bodenschätze. Angola ist reich an Gold, Diamanten und Erdöl. Jedes der verschiedenen Völker wollte an dem Reichtum teilhaben. Es bildeten sich verschiedene Parteien, die erbittert um die Vorherrschaft im Land kämpften. Die Lage spitzte sich zu. Erst durch den Einfluss europäischer und amerikanischer Mächte wurde der Bürgerkrieg im Jahr 2002 beendet.

Mit der Bahn von Küste zu Küste

Benguelabahn

Im Bürgerkrieg wurde die Benguelabahn weitgehend zerstört. Die meisten Lokomotiven hatten nur noch Schrottwert. Die Bevölkerung war erfinderisch. Sie nistete sich in den nutzlos gewordenen Waggons ein und nutzte sie als Unterkunft. Mit mehreren hundert Millionen US Dollar wurde die Strecke in den letzten Jahren wieder hergestellt. Heute verbindet die Benguealabahn die Häfen in Angola mit den Häfen in Simbabwe, Mosambik, Südafrika und Tansania. So können Waren quer durch den südlichen Kontinent transportiert werden, von Küste zu Küste.

Hier erfährst du mehr über Prinzessin Nzinga